Der Nikolaikirchhof

Die Alte Nikolaischule

Seit ihrer Gründung im Jahre 1990 verfolgt die Kulturstiftung das Ziel der städtebaulichen Aufwertung des historischen Platzes. In den Jahren 1992-1994 realisierte sie die Sanierung der Alten Nikolaischule und machte aus dem wertvollen Kulturdenkmal ein kulturelles Zentrum mitten im Stadtzentrum (siehe hierzu unter: Die Alte Nikolaischule: Sanierung des Kulturdenkmals).

Montage des Säulenkapitells, 1999

Die Nikolaisäule

Die Kulturstiftung Leipzig lobte 1992 gemeinsam mit der Stadt Leipzig einen internationalen Wettbewerb zur Gestaltung des Nikolaikirchhofs aus. Ausgehend von den Friedensgebeten in der Nikolaikirche eroberte sich 1989 der Protest den öffentlichen Raum. Eine mit Palmwedeln gekrönte Säule aus dem Kirchenschiff ist auf dem Platz nachgebildet worden. Das Projekt des Leipziger Künstlers Andreas Stötzner trägt den Gedanken des Aufbruchs symbolisch aus der Kirche hinaus. Zwei Drittel der Mittel wurden durch Spenden von Bürgern, Unternehmen und Einrichtungen erbracht. Am 9. Oktober 1999, dem zehnten Jahrestag der friedlichen Revolution, ist die Säule in Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder, Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee der Öffentlichkeit übergeben worden. Seit dem 09.10. 2009 wird die Säule bei Dunkelheit durch drei Bodenstrahler illuminiert, so dass sie nun auch eine attraktive Nachwirkung  hat.

Leuchtende Pflastersteine

Brunnen und leuchtende Pflastersteine

Es  folgte der Granitbrunnen nach Entwurf des Londoner Architekturbüros David Chipperfield in Verbindung mit dem Lichtprojekt  der  146 farbig  leuchtenden  Pflastersteine von Tilo Schulz  aus Leipzig und Kim Wortelkamp aus Dresden, das die Hamburger Stiftung „Lebendige Stadt“ 2003 mit 350.000 € unterstützte. Allein zum Thema Brunnen hatte die Kulturstiftung Leipzig drei Künstlerwettbewerbe organisiert.
„146 Lichtsteine in Blau, Grün, Magenta, eingelassen in das vorhandene Pflaster des Nikolaikirchhofes – der Entwurf von Tilo Schulz und Kim Wortelkamp zur künstlerischen Lichtinstallation des Platzes überzeugte im Februar die Jury eines international ausgeschriebenen Wettbewerbs … .Die Wirkung der „City Lights“ entfaltet sich nach Einbruch der Dunkelheit. Dann schaltet eine zentrale Steuerung alle Lichtsteine per Zufallsprinzip an verschiedenen stellen des Kirchhofes ein. Innerhalb von drei Stunden entsteht eine Ansammlung von Lichtpunkten…  `Die wachsende Zahl der Lichtpunkte symbolisiert  das Zusammenströmen der Menschen im Herbst 1989`, so Tilo Schulz“. Aus: Lichtfest Leipzig. Leipziger Medien Service GmbH. 2009. Seite 68.

Merkurplastik am Romanushaus

Der Merkur am Romanushaus

Die Merkurplastik am Romanushaus in der Katharinenstraße 23 stammte ursprünglich aus dem Schlosspark von Schwerin, wo sie 1752 aufgestellt worden war. Als Anfang der 1950 er Jahre in Dresden gefertigte Kopien aufgestellt wurden, gab das Institut für Denkmalpflege in Dresden das barocke Original nach Leipzig, wo es bis zu Beginn der 1990 er Jahre zu bewundern war. Der Merkur war inzwischen zu einem viel fotografierten Wahrzeichen  unserer Stadt geworden. Da die Stadt Schwerin die wertvolle Plastik von Balthasar Permoser zu Recht zurückverlangte, wurde auf Betreiben vom Stiftungsratsmitglied der Kulturstiftung, Heinz-Jürgen Böhme, am 19. September.2006 ein Nachguss an gleicher Stelle aufgestellt. Die Finanzierung erfolgte mit Mitteln des Freistaates Sachsen, des Gebäudeeigentümers und der Kulturstiftung Leipzig. Den Nachguss führte der Leipziger Bildhauer Markus Gläser aus.

Zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken Bronzeplatte im Pflaster
Wettbewerbsteilnehmer in Lauchhammer, Via Lewandowsky 2.v.l.

Die Demokratieglocke auf dem Augustusplatz

Am 09.10.2009, 10 Uhr, übergab der Präsident der Kulturstiftung Leipzig, Walter Christian Steinbach, im Beisein von hunderten interessierten Leipzigern und Leipzigerinnen, die Demokratieglocke an den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, an Burkhard Jung. Im Jahre 2007 ware das ostdeutschen Gießereinetzwerk an den Regierungspräsidenten Walter Christian Steinbach mit dem Vorschlag herangetreten, der Stadt Leipzig zur Erinnerung an die friedliche Revolution des Herbstes 1989 eine Demokratieglocke zu spenden. Nach einer Ausschreibung durch die Kulturstiftung Leipzig, fand ein beschränkter Künstlerwettbewerb statt, den Via Lewandowsky aus Berlin gewann. Sein Entwurf sah einen messingfarben glänzenden eiförmigen Glockenkörper aus polierter Bronze von ca. 150 cm Höhe mit einem integrierten Schlagwerk vor.  Die Glocke schlägt an jedem Montag um 18:35 Uhr 12 Mal. Wieso 18:35 Uhr? Dazu existiert ein Fernschreiben vom Leiter der BV Leipzig, Generalleutnant Hummitzsch,  an den Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit, Generaloberst Mittig und an den Stellvertreter des Ministers, Generalleutnant Neiber: „ … am 09.10.1989 fand ausgehend vom Vorplatz der Nikolaikirche in der Zeit von 18:35 bis 20:30 Uhr eine nicht genehmigte Demonstration … statt, …“.. An allen anderen Tagen schlägt die Glocke zwischen 8 Uhr und 20 Uhr innerhalb jeder vollen Stunde ein Mal nach dem Zufallsprinzip mit einem bis zu zwölf Schlägen. Auf einem umlaufenden Granitring am Fuße der Plastik ist eine Inschrift, ein Haiku   des Dresdner Lyrikers Durs Grünbein zu lesen: „Demokratie ist - in unendlicher Nähe - längst sichtbar als Kunst“. Auf einer Bronzetafel vor dem Kunstwerk sind die weiteren  Spender genannt. Die Demokratieglocke ist vollständig ohne staatliche oder kommunale Zuschüsse finanziert worden. Der jetzige Standort der Glocke ist nur eine Zwischenlösung. Nach Fertigstellung des Universitätskomplexes, soll sie endgültig gegenüber vor dem ehemaligen Café Felsche platziert werden.
Die Glocke wurde in der Kunstgießerei Lachhammer gegossen, das Schlagwerk stammt von Uhrentechnik Schnabel aus Klinga, Statik und Kostruktion lieferte das Ingeniuerbüro Rolf Seifert aus Leipzig und die Gesamtbauausführung lag in den Händen der Firma BMD Tram aus Taucha. Zu danken ist auch der Stadt Leipzig, insbesondere dem Stadtplanungsamt, dem Kulturamt und dem Verkehrs- und Tiefbauamt für ihre unkonventionelle Unterstützung.

made in Leipzig

Die Ausstellung

In den letzten Jahren hat sich die traditionsreiche Buch- und Musikstadt Leipzig zu einem Zentrum zeitgenössischer Kunst, insbesondere der Malerei, entwickelt. Die Neue Leipziger Schule wird international von Sammlern und Kritikern viel beachtet; einige der jungen Künstler sind zu Stars geworden. Ausstellungen ihrer Werke sind nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika und Asien zu sehen.
 
Mit „made in Leipzig“ präsentierte die Kulturstiftung Leipzig die deutschlandweit bisher wichtigste Zusammenschau einer äußerst erfolgreichen lokalen Kunstszene. Die Ausstellung zeigte 70 Werke von 29 Künstler/innen und spannte einen Bogen von 1960 bis heute. Der Hauptteil der gezeigten Arbeiten ist in den letzten 10 Jahren entstanden und befindet sich im Besitz der österreichischen Sammlung Essl aus Klosterneuburg/Wien. Im letzten Jahr präsentierte das dortige Essl Museum mit großem Erfolg die Ausstellung „MADE IN LEIPZIG Bilder aus einer Stadt“.
 
In der Ausstellung vertretene Künstler/innen waren Maler wie Tilo Baumgärtel, Christian Brandl, Peter Busch, Tim Eitel, Henriette Grahnert, Martin Kobe, Uwe Kowski, Tobias Lehner, Rosa Loy, Ulf Puder, Neo Rauch, Christoph Ruckhäberle, David Schnell, Matthias Weischer und die Fotografen Matthias Hoch, Evelyn Richter, Erasmus Schröter, und Ricarda Roggan. Neben Werken der jungen Künstler/innen wurden auch Arbeiten jener Maler präsentiert, die als die einflussreiche ältere Lehrergeneration (“Leipziger Schule“) gelten: Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig und Werner Tübke.
 
Auch die nächste Maler- und Lehrergeneration mit Künstlern wie Hartwig Ebersbach, Wolfram Ebersbach, Sighard Gille und Arno Rink hat die jüngere Generation entscheidend beeinflusst. Deren namhaftester Schüler Neo Rauch hat heute selbst eine Professur an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig inne.