Untere Halle vor 1930
Außenansicht mit Brunnen, 1987
Große Halle vor dem Umbau, 1985
Große Halle, 1987
Grundriss
Entwurf Heinz-Jürgen Böhme

musik + architektur

Die 1990 durch Prof. Kurt Masur gegründete Kulturstiftung Leipzig ist vor allem auf dem Gebiet der Denkmalpflege und Stadtkultur tätig. Dazu gehört in besonderem Maße auch die Vermittlung von Kenntnissen und Hintergründen zur Architekturgeschichte.

In diesem Sinne haben wir eine Reihe „musik + architektur“ initiiert, in der wir jungen Preisträgern internationaler mitteldeutscher Musikwettbewerbe für Nachwuchskünstler die Möglichkeit attraktiver Auftritte bieten.

Veranstaltungsorte sind herausragende Architekturen aus Vergangenheit und Gegenwart. Das Besondere des Projektes ist, dass wir in einer Laudatio zu Architektur und Baukultur Kunsthistoriker, Denkmalpfleger oder Architekten zu Wort kommen lassen. Es geht also nicht nur um wenig bekannte und originelle Aufführungsorte, sondern darum, Architekturqualität zu vermitteln, Architektur als Kunst zu verstehen.

Wenn Bertolt Brecht schreibt „Kunstbetrachtung setzt Kunstverständnis voraus.“, so nehmen wir seinen Gedanken auf und vermitteln unseren Konzertbesuchern neben dem künstlerisch-musikalischen Erlebnis, kunst- und architekturgeschichtliche Kenntnisse, die auch den Aufführungsort zum Erlebnis werden lassen. Musik und Architektur werden als Kunstformen gleichwertig behandelt.

Bisher haben Konzerte im KPMG-Neubau in der Münzgasse, im Kundenzentrum des Porsche-Werkes, im wieder eröffneten Bachssaal der Kongresshalle, im Wolkenlabor eines der Leibniz-Institute und in der Kreuzkirche zu Störmthal stattgefunden.

Wir danken der Europäischen Stiftung der Rahn Dittrich Group für Bildung und Kultur für die großzügige finanzielle Förderung des Projektes.

Bowlingtreff

Auf Wunsch der Stadt Leipzig ruhen diese Aktivitäten der Kulturstiftung Leipzig derzeit, da die Stadt erwägt im Bowlingtreff eine kommunale Einrichtung unterzubringen (Januar 2012 W.H.).

Das zentrale Projekt der Kulturstiftung Leipzig soll in den Jahren 2010-2012 die Revitalisierung des denkmalgeschützten Bowlingtreffs am Wilhelm-Leuschner-Platz sein

Umnutzungskonzept für den ehemaligen Bowlingtreff am Wilhelm-Leuschner-Platz zum Kulturzentrum Mitte

Der ehemalige Bowlingtreff am Wilhelm-Leuschner-Platz wurde von der Stadt Leipzig in den Jahren 1985 bis 1987 errichtet und war bis 1997 in Betrieb. Die Anlage entstand durch Umnutzung des 1926 erbauten unterirdischen Umformwerks Mitte, das um ein oberirdisches, oktogonales Eingangsbauwerk nach Entwurf von Winfried Sziegoleit ergänzt wurde. Die Anlage verfügte über 14 Bowlingbahnen in einer großen und in einer kleinen Halle, sowie über Billardtische, Spielautomaten, Fitnessraum, Konferenzraum / VIP-Raum, Skatklause, Büroräume sowie über ein Café im Eingangsbauwerk und weitere insgesamt 310 Gastronomieplätze im Untergeschoss. Die Kulturstiftung Leipzig beabsichtigt das gesamte Bauwerk von der Stadt Leipzig in Erbpacht zu übernehmen und es zum Kulturzentrum Mitte umzunutzen. Dabei sollen die baulich räumlichen Qualitäten der Anlage weitgehend erhalten werden. Die Untergeschosse stehen bereits unter Denkmalschutz für das Eingangsbauwerk hat das Landesamt für Denkmalpflege den Denkmalstatus in Aussicht gestellt. Architektonisch vermag die großzügige Eingangshalle auch heute noch vollkommen zu überzeugen. Im Frühjahrsheft der Leipziger Blätter 1990 urteilte der Leipziger Kunsthistoriker Professor Thomas Topfstedt, dass  der Bowlingtreff  „auf jeden Fall ein modernes, weil gut funktionierendes und benutzerfreundliches Gebäude“ sei, „das in seiner architektonischen Gestaltung präzise den Nerv der mitachtziger Jahre getroffen hat und sich dem internationalen Vergleich stelle kann“.
Im Oktober 2007 rückte die Architektur-Professorin der HTWK Leipzig, Frau Annette Menting, gemeinsam mit ihren Studenten in der temporären Aktion „Bowling together“ den Ort wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Dabei wurde deutlich, dass sich für viele Leipziger mit diesem Ort nachhaltig positive Assoziationen verbinden. Kaum jemand konnte verstehen, dass diese großzügige Freizeiteinrichtung geschlossen wurde.
Die Kulturstiftung Leipzig beabsichtigt das Gebäude zu sanieren und es zum Kulturzentrum Mitte umzunutzen. Sie geht dabei auch von der Überlegung aus, das der Leuschnerplatz in den kommenden Jahren eine bedeutsame städtbauliche architektonische Entwicklung erfahren wird, die mit den Stichworten Haltepunkt des City-Tunnels, Markthalle, Königsplatz und Neubau der katholischen Kirche hier nur angerissen werden soll.
Es soll ein Ort mit vielfältigen, wechselnden Angeboten der Freizeitkultur für alle Leipziger entstehen, der sich als notwendige Ergänzung des bereits Vorhandenen versteht. Dabei soll durchaus an das frühere Nutzungsspektrum angeknüpft werden. In der kleinen Halle sollen wieder 6 Bowlingbahnen eingerichtet werden, während die große Halle universell nutzbar sein soll. Hier kann man sich Ausstellungen, Konzerte, Kunsthandwerkermärkte aber auch Schachturniere etc. vorstellen. Gerade eine universelle, frei verfügbare Halle fehlt im Leipziger Kulturbetrieb. Im Licht durchfluteten Kopfbau könnte ein modernes Lesecafé seinen Platz finden. Im Objekt ist reichlich Nebengelass vorhanden, so dass der Flexibilität in der Nutzung kaum Grenzen gesetzt sind. Der frühere Konferenzraum würde sich gut für solche Familienfeiern eignen, die zugleich auf einzelne Freizeitangebote zurückgreifen möchten.
Obwohl die Kulturstiftung mit der Sanierung und Betreibung der Alten Nikolaischule gezeigt hat, dass sie derartige Aufgaben bewältigen kann, will sie das Projekt dennoch gemeinsam mit interessierten Partner angehen. Das sind Partner für Restaurant und Café, für die Bowlingbahn und kulturelle Teilbereiche. Nach der Sanierung muss sich das Projekt selbst tragen und ohne Zuschüsse auskommen.

Eine Richard-Wagner-Dauerausstellung entstand zum 200. Geburtstag des Komponisten

Am 21.05.2013, dem Vorabend des 200. Geburtstages von Richard Wagner, hat die Kulturstiftung Leipzig in den Austellungsräumen der Alten Nikolaischule im Untergeschoss eine Dauerausstellung zu Richard Wagner eingeweiht. Erstmals widmet sich eine Ausstellung ausschließlich der Persönlichkeit des jungen Richard Wagner. Erstmals werden seine Jugend, sein Umfeld, seine musikalische Ausbildung, die prägenden Bildungseindrücke und sein Frühwerk in der Tiefe durchdrungen. Die Ausstellung ist eine notwendige Ergänzung des Wagnermuseums in Bayreuth, das den Fokus auf den reifen Komponisten legt. Die Ausstellung macht deutlich wie ein junger Mann mit ausgeprägtem Sendungsbewusstsein auch unter schwierigen sozialen Bedingungen seinen Weg sucht und findet. Das Projekt möchte gerade auch junge Menschen ansprechen, in dem es zeigt, dass Ausdauer und Beharrlichkeit wichtige Voraussetzungen für beruflichen Erfolg sind.Die Ausstellung verdeutlicht, dass der 21 jährige Wagner als er im Juli 1834  seinen Wohnsitz in Leipzig aufgab um eine Stellung als Kapellmeister am Magdeburger Stadttheaters anzutreten, ein weitgehend ausgebildeter Komponist und Dirigent war, der auf eine erstaunliche Zahl von Kompositionen verweisen konnte, die überwiegend auch schon in Leipzig zur Aufführung gelangten.  Auch war er bereits mit allen für seine Entwicklung wichtigen neuen  und klassischen Werken der Musik und Literatur vertraut. Obwohl sein Wirken in Leipzig im Mittelpunkt steht, werden auch andere Stationen seiner Jugend beleuchtet, so seine Kindheit in Dresden mit dem Besuch der Kreuzschule ab 1822 u.a.

Die konzeptionelle Leitung des Gesamtprojektes liegt in den Händen von Professor Rolf-Dieter Arens, Konzertpianist, langjähriger  Rektor der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ und heute Präsident der Kulturstiftung Leipzig sowie von Dr. Wolfgang Hocquél, Geschäftsführer der Kulturstiftung Leipzig.  Drehbuch und Ausstellungsgestaltung realisierte der Leipziger Maler und Grafiker Heinz-Jürgen Böhme.