Der Gründer der Blätter, Helmut Richter im Gespräch mit W. U. Schütte

8000 Seiten lebendige Kulturgeschichte

Die Leipziger Blätter erscheinen seit 1982 zweimal im Jahr, jeweils im Frühjahr und im Herbst. Auf mittlerweile 8000 Seiten lebendiger Kulturgeschichte ist das beliebte Sammlerobjekt für Leipzig-Fans inzwischen angewachsen. Das sind bis heute 68 Hefte und 13 Sondereditionen zu herausragenden Themenkomplexen wie Leipziger Messe, Zoo der Zukunft, Max Klinger, Stadt am Wasser oder 600 Jahre Alma mater Lipsiensis. Die „Blätter", wie sie schon fast liebevoll von der Lesegemeinde genannt werden, widmen sich der Architektur und Denkmalpflege, der Stadtgeschichte und der bildenden Kunst, der Musik, dem Theater, der Literatur, der Wissenschaftsgeschichte und nicht zuletzt der ökologischen Stadterneuerung.

Über ein Heftarchiv und ein Gesamtinhaltsverzeichnis können auch ältere Beiträge rasch gefunden werden. Die meisten Beiträge sind thematische Erstveröffentlichungen, die wenig bekannte Facetten der Leipziger Kulturgeschichte beleuchten. Etwa die Hälfte der erschienenen Hefte kann auch heute noch bezogen werden. Einige haben dagegen schon den Rang bibliophiler Kostbarkeiten erlangt. Die Blätter erscheinen in einer Auflage von ca. 3.000 Exemplaren, bei Sonderausgaben auch mehr. Als kulturgeschichtliches Periodikum einer Stadt sind die Leipziger Blätter in dieser Form in Deutschland einmalig. Etwa 800 Abonnenten zählen die Blätter heute. Statistisch belegt ist, dass jedes Heft im Durchschnitt von fünf Personen gelesen wird, was der stattlichen Leserschar von 15.000 entspricht. Besonders beliebt sind die Blätter auch bei Leipzigern, die heute nicht mehr in Leipzig leben. Der Versand reicht bis Nordamerika. 

Dank der regelmäßigen finanziellen Unterstützung vor allem durch die Sparkasse Leipzig kann das aufwändig gestaltete Heft, das eigentlich ein Buch in Paperbackformat ist, von der Kulturstiftung Leipzig nun seit 1991 ununterbrochen herausgegeben werden. Die Leipziger Blätter sind eine „Erfindung" des Leipziger Schriftstellers Helmut Richter, der das Projekt 1981 ins Leben rief. Herausgeber war bis 1990 die Abteilung Kultur des Rates des Bezirkes. Danach übernahm die Kulturstiftung das schlingernde Schiff und führte es gemeinsam mit dem Passage-Verlag Leipzig wieder in ruhige Gewässer.

Auch Sie können mithelfen, die Leipziger Blätter dauerhaft am Leben zu erhalten. Kaufen oder abonnieren Sie die Blätter oder werben Sie neue Leser. Für jedes neue Abonnement erhalten Sie eine stadtgeschichtliche Publikation ihrer Wahl aus dem Programm des Passage-Verlages.