Neue Hofhalle
Weinlese, Marktwinzer Dieter Stolle

500 Jahre Alte Nikolaischule – 1512 - 2012

Die Alte Nikolaischule gehört zu den wertvollsten Kulturdenkmalen der Leipziger Innenstadt. Im Jahre 1512 nahm hier die von Papst Bonifatius IX. bereits 1395 privilegierte Schola Nicolaitana, als erste Bürgerschule der Stadt ihren Schulbetrieb auf. Bedeutende Schüler waren Gottfried Wilhelm Leibniz, Johann Gottfried Seume oder aber Richard Wagner. Der heute so einheitlich wirkende Bau ist erst im Laufe der Jahrhunderte aus drei Vorgängerbauten zusammen gewachsen. Dabei entspricht der schlichte Putzbau mit den roten Fenstergewänden aus Rochlitzer Porphyrtuff doch so ganz unseren Vorstellungen von der Leipziger Architektur des 16. Jahrhunderts.

Nach der denkmalgerechten Sanierung des in DDR-Zeiten in Verfall geratenen, leerstehenden Gebäudes durch die Kulturstiftung in den Jahren 1992/94, wurde das Haus zu einer Stätte kultureller Begegnungen gemacht. Im Erdgeschoss wurden ein Gasthaus und ein Café eingerichtet, im 1. Obergeschoss erhielt das Antikenmuseum der Universität ein neues Domizil. Das zweite Obergeschoss mit der klassizistischen Aula von 1827, dem großzügigen Foyer und der Lounge, wird  für die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate genutzt. Hier finden Lesungen, Vorträge und Diskussionen, Konzerte, Festveranstaltungen u.a. statt. Im Dachgeschoss hat die Geschäftsleitung der Kulturstiftung ihren Sitz. Die Räume des Untergeschosses nutzt die Stiftung für Ausstellungen zum Themenkomplex Baukultur. 

Architekturgeschichtlich interessant sind die im klassizistischen Stil wieder hergestellte Aula im zweiten Obergeschoss sowie vor allem das sogenannte Große Auditorium im Erdgeschoss, heute der große Raum der Gaststube, mit seinen lateinischen Inschriften, die bei der Sanierung entdeckt und freigelegt worden sind.  Gern übersehen wird die wertvolle Holzbalkendecke im Eingangsbereich von 1597. Ihre Bretter sind abwechselnd mit Marmorierungen und schwarzen Arabeskenmalereien bemalt, wie es für das ausgehende 16. Jahrhundert typisch war. Der Bereich des ehemaligen Hofes ist durch die Architektenpartnerschaft Storch und Ehlers aus Hannover sowie Rüdiger Sudau aus Leipzig im Zuge der Sanierung zu einer modernen glasüberdachten Erschließungshalle von besonderer gestalterischer Qualität erweitert worden.